Interview mit Dr. Claus Usener

Der viadee Process Application Validator analysiert den Quellcode einer Prozessanwendung, die mittels Camunda realisiert ist, in Verbindung mit dem Prozessmodell. Dabei ermöglicht gerade die kombinierte Analyse von Quellcode und Prozessmodell das einfache Auffinden von gängigen Problemen, Fehlermustern und Konventionsverstößen und ist somit eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Qualitätssicherungsmaßnahmen.

 

Was steckt dahinter? – fragten wir unseren Kollegen Dr. Claus Usener

 

Was ist Deine Rolle in diesem Zusammenhang?

Ich finde diese Idee, das Prozessmodell zusammen mit dem Quellcode zu analysieren, sehr spannend und halte den Ansatz für sehr vielversprechend. Den vPAV begleite ich bereits seit seiner Entstehung. Aktuell nehme ich für den vPAV die Rolle des Product Owners ein und bin nicht nur für die Pflege des Product Backlog zuständig, sondern vertrete auch die fachliche Auftraggeberseite. Das ist eine besondere Herausforderung, da wir den vPAV als OpenSource-Software der Community bereitstellen.

Wer braucht so ein Werkzeug?

Mit dem vPAV möchten wir Softwareentwickler und -architekten bei der Realisierung von BPMN-Prozessanwendungen unterstützen. Dabei kann der vPAV in eine Continous Integration Pipeline integriert werden und fortlaufend auf Probleme und Fehler hinweisen.

Dem Softwareentwickler kann der vPAV schon mit Programmierung der ersten Code-Zeile mitteilen, dass Unstimmigkeiten zwischen dem Java-Code und dem BPMN-Modell bestehen. Beispielsweise wenn im Prozessmodell ein Tippfehler im Namen des referenzierten Delegate Beans existiert. Hier kommt dem Entwickler zudem zugute, dass der vPAV bereits mit einem „Einzeiler“ in einem JUnit-Test gestartet werden kann.

Die zweite Zielgruppe, der Softwarearchitekt, kann den vPAV während der Freigabe von Prozessanwendungen einsetzen und automatisch überprüfen, ob die definierten Modellierungs- und Programmierungskonventionen eingehalten werden. Klassisch sind hier Prüfungen zur Benennung von Elementen wie Aktivitäten, Variablen, Element-IDs usw., aber auch, ob Services in der aktuellsten Version genutzt werden. Der automatisch generierte HTML-Bericht gibt dem Architekten schnell und einfach Aufschluss über den Status der Prozessanwendung.

 

viadee Process Application Validator

Woher stammt die Idee?

Die Idee für den vPAV ist bei der Entwicklung von BPMN-Prozessanwendungen entstanden.

Der Quellcode und das BPMN-Modell werden nacheinander oder parallel in unterschiedlichen Editoren bzw. Entwicklungsumgebungen entwickelt. Dabei gibt es keine Querverweise zwischen den Werkzeugen. Immer wieder trat das Problem auf, dass ein Tippfehler in den Eigenschaften eines BPMN-Elements oder in einem Variablennamen erst zur Laufzeit entdeckt worden ist. Insbesondere da viele Eigenschaften-Felder der BPMN-Elemente nur Texteingaben sind. Hier kam die Idee einer integrierten statischen Analyse von Programmcode und BPMN-Modell auf, mit dem Ziel, schon vor der Ausführung der Prozessanwendung Fehler zu finden.

Mit der Zeit sind dabei diverse Ideen für Prüfungen entstanden. Dabei sollen mit dem vPAV keine JUnit-Tests abgelöst werden, sondern wir ergänzen den Pool von Qualitätsmaßnahmen. Mit dem vPAV kann eine weitere Testebene eingeführt werden, mit der insbesondere wiederkehrende Herausforderungen generisch und ohne zusätzliche Programmierung gelöst werden können. Ich bezeichne den vPAV deshalb auch gerne als „zusätzliche Sicherungsschicht“.

Wohin soll sich das Werkzeug entwickeln?

Das Proof-of-Concept des vPAV ist in einer Masterarbeit in unserem Unternehmen entstanden. Seitdem wird der vPAV vor allem mit tatkräftiger Unterstützung von Studenten weiterentwickelt, die entweder im Rahmen einer Abschlussarbeit oder als Team-Mitglied weitere Ideen umsetzen.

Langfristig wünschen wir uns eine aktive OpenSource-Community, die mit uns zusammen den Process Application Validator weiterentwickelt, mit der wir die Qualitätsanforderungen an Prozessanwendungen aktiv diskutieren können und mit der Lösungen für die automatische Absicherung dieser Qualitätsanforderungen entwickelt werden.

Ansprechpartner

Claus Usener

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Tel: +49 251 777 77 0

Dr. Frank Köhne

Dr. Frank Köhne

Tel: +49 251 777 77 0

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