Wir erweitern die BPMN-Element-Restriktion um vordefinierte Vorlagen. Damit lassen sich typische Modellierungsrichtlinien deutlich schneller konfigurieren – ohne jedes BPMN-Element einzeln aktivieren oder deaktivieren zu müssen.
Die BPMN 2.0 Notation bietet eine große Auswahl an Elementen und Modellierungsmöglichkeiten. Genau das macht BPMN flexibel, führt im Projektalltag aber häufig auch zu Herausforderungen: Nicht jedes Team modelliert gleich, nicht jedes Projekt verfolgt dieselben Ziele und nicht alle Beteiligten bringen die gleiche BPMN-Erfahrung mit.
Während einige Teams Prozesse vor allem fachlich dokumentieren und diskutieren möchten, arbeiten andere bereits an technischen und ausführbaren Prozessmodellen für die Automatisierung. Genau hier setzen die neuen Templates an.
Unterschiedliche Teams, unterschiedliche Modellierungsziele
Beispiel 1:
Ein Fachbereich möchte strategische Prozesse visualisieren, Workshops durchführen und Abläufe möglichst leicht verständlich dokumentieren. Gleichzeitig arbeitet ein anderes Team an technischen Prozessen, die später beispielsweise in Camunda automatisiert werden sollen.
Beispiel 2:
Nicht alle Modellierer:innen verfügen über dieselbe BPMN-Erfahrung. Gerade Einsteiger:innen greifen häufig intuitiv zu BPMN-Elementen, die syntaktisch zwar korrekt sind, semantisch jedoch nicht optimal passen. Besonders bei Ereignissen mit ähnlicher Symbolik entstehen schnell Missverständnisse. So kann beispielsweise ein auslösendes oder nicht-unterbrechendes Nachrichten-Zwischenereignis verwendet werden, obwohl eigentlich nur ein einfaches Nachrichtenereignis modelliert werden sollte.
Unternehmen bzw. Teams einigen sich deshalb häufig bewusst auf Modellierungsrichtlinien, um Diagramme konsistenter, verständlicher und wartbarer zu gestalten. Genau dafür wurde die BPMN-Element-Restriktion eingeführt.
BPMN-Elemente gezielt einschränken
Bisher konnten Administrator:innen schon festlegen, welche BPMN-Elemente im Editor verfügbar sind. So können beispielsweise bestimmte Event-Typen deaktiviert werden und selten genutzte BPMN-Konstrukte ausgeblendet werden. Es sind insgesamt 66 Elemente aus sieben Gruppen konfigurierbar. Die Einstellungen können global oder auf Bereichsebene vorgenommen werden.
Jetzt neu: Vordefinierte Vorlagen
Mit den neuen Vorlagen wird die Konfiguration nun deutlich einfacher: Die BPMN-Element-Restriktion bietet jetzt vier vordefinierte Vorlagen für typische Modellierungsszenarien.
Anstatt jede Einschränkung manuell zu konfigurieren, kann direkt eine passende Vorlage als Ausgangspunkt ausgewählt werden.
Folgende Vorlagen stehen zur Verfügung:
Die Vorlage Maximale Kompatibilität orientiert sich dabei bewusst an der älteren BPMN-1.0-Spezifikation, um den Austausch mit anderen BPMN-Werkzeugen möglichst robust zu gestalten. Camunda Zeebe Kompatibilität wurde speziell für technische und ausführbare Prozessmodelle vorbereitet. BPMN-Konstrukte, die in Camunda 8 nicht ausführbar sind, stehen dort nicht zur Verfügung.
Ein Beispiel: In einem internen Workshop werden strategische Prozesse erarbeitet und nicht alle Beteiligten verfügen über dieselbe BPMN-Erfahrung. Im entsprechenden Confluence-Bereich wird die Vorlage Modellieren für Einsteiger aktiviert. Dort sind beispielsweise nur das Standard-Nachrichten-Start-Event sowie das Standard-Nachrichten-Zwischenereignis aktiviert, während fortgeschrittene Varianten wie auslösende oder nicht-unterbrechende Nachrichtenereignisse ausgeblendet werden. Das trägt dazu bei, dass es im Workshop nicht zu Missverständnissen aufgrund von variierender BPMN-Expertise kommt.
Vorlagen als Ausgangspunkt
Die neuen Vorlagen verstehen sich bewusst als Ausgangspunkt und nicht als starre Vorgaben. Nach Auswahl einer Vorlage können weiterhin einzelne BPMN-Elemente individuell aktiviert oder deaktiviert werden. Dadurch lassen sich unternehmensweite Standards schnell etablieren (über globale Einstellungen) und gleichzeitig flexibel an spezifische Team- oder Projektanforderungen anpassen (über Bereichs-Einstellungen).
Ausblick
Bereits geplant ist eine weitere Vorlage viadee Best Practice. Diese soll ein bewusst reduziertes und praxiserprobtes BPMN-Elementset bereitstellen, das wir selbst in Kundenprojekten und internen Modellierungsworkshops verwenden.
Jetzt sind Sie dran!
Mit den neuen BPMN-Element-Restriktion-Vorlagen wird die Konfiguration von Modellierungsrichtlinien deutlich einfacher. Teams können schneller konsistente Richtlinien etablieren und Diagramme besser auf unterschiedliche Modellierungsszenarien abstimmen.
Möchten Sie die neuen Vorlagen ausprobieren? Dann aktualisieren Sie den BPMN Modeler Enterprise oder testen Sie die App über den Atlassian Marketplace.