Von manueller Preispflege zur automatisierten, skalierbaren Preislogik

HBOD automatisiert die Preisgestaltung bei über 40 Plattformen mit einer zentralen Datenbasis

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Kurzüberblick

  • Kunde: HBOD

  • Branche: E-Commerce-Logistik (Mode & Accessoires)  

  • Projektzeitraum: Mehrmonatiges Transformationsprojekt

  • Unsere Rolle: Business Analyse, Architektur, Data Engineering, Implementierung

  • Zentrale Herausforderung: Komplexe, manuelle Preisberechnung für über 300.000 Artikel auf mehr als 40 internationalen Plattformen

  • Kernlösung: Aufbau eines skalierbaren Data Warehouses (Snowflake) mit automatisierter Preislogik und integrierter Datenpipeline (Azure)

Erzieltes Ergebnis:
  • Zeitersparnis im Daten- und Produktmanagement 70-80% bezogen auf Preise

  • Vollständige Automatisierung der Preisberechnung und damit tägliche, korrekte Berechnung aller Preise, Grundlage für datengetriebene Weiterentwicklung

HBOD stand vor der Herausforderung, Preise für ein sehr großes und dynamisches Produktportfolio über zahlreiche internationale Marktplätze hinweg konsistent und wirtschaftlich korrekt zu berechnen. Die Komplexität ergibt sich aus unterschiedlichen Retourenquoten je Artikel, Plattform und Land sowie aus abweichenden Versandkosten und Mehrwertsteuersätzen pro Land. Zusätzlich variieren die Provisionen je Artikelgruppe und Plattform. Gemeinsam haben wir eine produktionsunabhängige, cloudbasierte und skalierbare Datenplattform aufgebaut, die alle relevanten Einflussfaktoren integriert und automatisiert verarbeitet. Dadurch wurde die Preisgestaltung vollständig automatisiert, deutlich präziser und erheblich effizienter. Gleichzeitig entstand eine belastbare Datenbasis für zukünftige Analysen und KI-Anwendungen.

Ihre Ansprechpartner
Dirk Langheim

Beratender Manager

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Kunde & Ausgangssituation

HBOD ist ein wachsendes Unternehmen im E-Commerce-Logistikumfeld mit Fokus auf Mode und Accessoires. Als Dienstleister betreibt HBOD den Verkauf und Versand von Produkten über eigene Kanäle sowie über mehr als 40 internationale E-Commerce-Plattformen.

Die IT- und Systemlandschaft war historisch gewachsen und fragmentiert. Zentrale Prozesse – insbesondere die Preisgestaltung – basierten weitgehend auf Microsoft-Office-Lösungen und manuellen Arbeitsschritten.

hbod logo

Besondere Rahmenbedingungen:

  • Verkauf und Versand in 14 Ländern mit unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben

  • Unterschiedliche Plattformlogiken (Provisionen, Versandkosten, Retouren)

  • Sehr großes Produktsortiment (über 300.000 Artikel inkl. Varianten und Bundles)

  • Hohe Dynamik im Markt (Preisänderungen, Wettbewerbsdruck, Nachfrageverhalten)

Problemstellung

Die Preisgestaltung entwickelte sich zunehmend zum Engpass im operativen Geschäft. Die zentrale Herausforderung: Eine wirtschaftlich korrekte und zeitnahe Preisberechnung war mit den bestehenden Mitteln nicht mehr möglich.

Konkret zeigten sich mehrere Probleme:

  • Preise wurden für ausgewählte Artikel manuell gepflegt, eine durchgängige und skalierbare Preislogik über das gesamte Sortiment hinweg fehlte

  • Wichtige Einflussfaktoren wie Retourenquoten konnten nur pauschal berücksichtigt werden

  • Preisgestaffelte plattformabhängige Provisionen führten zu iterativen, schwer beherrschbaren Berechnungslogiken

  • Die Datenbasis war in Teilen inkonsistent und nicht für komplexe Analysen ausgelegt

Die Auswirkungen waren deutlich spürbar:

  • Hoher manueller Aufwand im Produktmanagement

  • Verzögerungen bei Preisaktualisierungen

  • Risiko von Fehlkalkulationen und Margenverlusten

  • Eingeschränkte Skalierbarkeit bei wachsendem Sortiment

Die bestehende Lösung war schlichtweg nicht darauf ausgelegt, die wachsende Komplexität, Umfang und Dynamik des Geschäfts effizient zu unterstützen.

Zielsetzung

Ausgehend von diesen Herausforderungen wurden klare Ziele definiert:

  • Automatisierte, skalierbare Preisberechnung für alle Artikel und Plattformen inklusive verschiedener White- und Blacklisting Mechanismen zur Steuerung dieser

  • Integration aller relevanten Einflussfaktoren (Kosten, Retouren, Provisionen, Steuern)

  • Erhöhung der Datenqualität und Transparenz

  • Deutliche Reduktion manueller Aufwände

  • Aufbau einer zukunftsfähigen, unabhängigen Datenbasis für Analysen und Weiterentwicklung

Ein zentraler Anspruch war dabei: Die Lösung sollte nicht nur korrekt rechnen, sondern flexibel auf neue Plattformen, Märkte und Geschäftsmodelle reagieren können.

Lösungsansatz

Gemeinsam mit HBOD wurde ein klar strukturierter, iterativer Ansatz gewählt.

Technischer Lösungsweg:

  • Aufbau eines zentralen, cloudbasierten Data Warehouses in Snowflake

  • Integration der produktiven Daten über Azure Data Factory und Azure Gateway

  • Einführung standardisierter ETL-Prozesse (inkl. Change Data Capture)

  • Modellierung eines skalierbaren Sternschemas

Methodisches Vorgehen:

  • Analyse der bestehenden Preislogiken und Datenquellen

  • Definition eines einheitlichen Datenmodells im DWH und weitergehenden Preislogiken z.B. für die Berechnung verschiedener Retourenquoten

  • Aufbau eines MVP für die Preisberechnung

  • Iterative Erweiterung und Rollout um weitere Plattformen und Logiken

Ein entscheidender Punkt war die Modularisierung der Preislogik: Jede Logik und jede Plattform (sofern erforderlich) erhielt eigene, anpassbare Bausteine. Dadurch konnte die Komplexität beherrschbar gemacht und gleichzeitig Flexibilität geschaffen werden.

Warum dieser Ansatz sinnvoll war: Standardlösungen hätten die Vielzahl individueller Faktoren (z. B. provisionsbasierte Rückkopplungen oder differenzierte Retourenquoten) nicht ausreichend abbilden können.

Umsetzung & Projektverlauf

Die Umsetzung erfolgte in mehreren klar abgegrenzten Phasen:

1) Datenintegration und Infrastrukturaufbau

  • Aufbau der Datenpipeline

  • Einführung von Delta-Loads (nur Änderungen werden verarbeitet)

2) Datenmodellierung im DWH

  • Harmonisierung und Bereinigung der Daten

  • Aufbau eines konsistenten Datenmodells

3) Entwicklung der Bausteine für die Preislogik

  • Umsetzung modularer Berechnungskomponenten

  • Iterative Validierung mit Fachbereichen

4) Entwicklung der Bausteine für die MVP Plattformen

  • Umsetzung modularer Plattformenkomponenten

  • Iterative Validierung mit Fachbereichen

5) Integration in operative Systeme

  • Rückspielung der berechneten Preise

  • Anbindung an bestehende Plattformprozesse

  • Rollout der ersten Plattformen

Im Projekt stellte insbesondere die hohe Komplexität der Preislogiken eine Herausforderung dar. Gleichzeitig erschwerten unterschiedliche Datenqualitäten aus den angebundenen Quellsystemen eine konsistente und verlässliche Verarbeitung der Daten. Trotzdem konnte der Aufbau des DWHs und die Anbindung erster MVP-Plattformen in knapp 5 Monaten bis Ende 2025 abgeschlossen werden. In der Folge wurden dann die Phasen 4 und 5 für alle weiteren Plattformen wiederholt. Die verschiedenen, internen Prüf- und Preismechanismen einiger Plattformen führten dabei zu notwendigen Nachbesserungen im Rollout dieser.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Umsetzung und dem Ergebnis des Projektes. Wir haben das Projekt in Time und Budget umgesetzt. Die Projektstrukturierung seitens viadee sowie die gute Zusammenarbeit im gemeinsamen Team waren aus meiner Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren.“
Dr. Martin Muhr / CFO HBOD

Ergebnis & Mehrwert für den Kunden


Die Ergebnisse zeigen sich sowohl operativ als auch strategisch:

Erreichte Ergebnisse:

  • 70–80% reduzierter manueller Aufwand manueller Aufwand in der Preisgestaltung

  • 100 % automatisierte Preisberechnung für alle Artikel und Bundles

  • Deutlich verbesserte Datenqualität und Konsistenz

Langfristiger Effekt:

  • Skalierbare Datenplattform für weiteres Wachstum

  • Grundlage für Advanced Analytics und KI-Anwendungen

  • Höhere Wettbewerbsfähigkeit im internationalen E-Commerce

Die Oberfläche von Lumi.

Nutzen für verschiedene Stakeholder

Produktmanagement

- weniger manuelle Pflege

- schnellere Reaktion auf Marktveränderungen

IT

- klare, wartbare Architektur

- Entlastung durch SaaS-Ansatz (Snowflake)

Management

- Transparente Kalkulationsgrundlagen

- Bessere Steuerbarkeit von Margen

„Was früher manueller, fehleranfälliger Abstimmungsaufwand war, läuft heute datenbasiert und reproduzierbar. Im Tagesgeschäft reduziert das Tool Excel-Schleifen, Rückfragen und Sonderlogiken – wir kommen deutlich schneller zu belastbaren Preisen und können Ausnahmen gezielt steuern.“
Felix Kloppert / Leitung Medien & Datenprozesse

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die enge und pragmatische Zusammenarbeit mit HBOD.

Im Fokus stand nicht die Umsetzung einer „Standardlösung“, sondern das Verständnis des konkreten Geschäftsmodells:

  • Gemeinsames Durchdringen der fachlichen Logik

  • Iteratives Vorgehen statt Big-Bang-Implementierung

Dabei wurde bewusst darauf geachtet, Lösungen so zu gestalten, dass sie im Alltag funktionieren und akzeptiert werden – nicht nur technisch korrekt sind.

Fazit

Die Automatisierung der Preisgestaltung bei HBOD zeigt exemplarisch, welchen Unterschied eine durchdachte Datenarchitektur machen kann.

Erst durch die Kombination aus sauberem Datenmodell, skalierbarer Plattform und fachlich fundierter Logik wurde die Komplexität beherrschbar.

Für Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen gilt: Wer wachsen will, braucht nicht nur mehr Daten – sondern vor allem die Fähigkeit, diese sinnvoll und automatisiert zu nutzen. Diese Fähigkeiten werden wir in Folgeprojekten mit der hbod gemeinsam weiter ausbauen, z.B. durch das Einbeziehen der Kunden in die Preisgestaltung über ein Preisanalyse- und Abrechnungsportal.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

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