Best Practices auf dem Weg in die Unabhängigkeit

Digitale Souveränität (DS) ist derzeit eines der digitalpolitischen Schlagworte überhaupt. Dahinter steckt der Grundgedanke, sich als private wie öffentliche Organisation unabhängig(er) von Drittanbietern, insbesondere solchen aus Nicht-EU-Ländern, zu machen. Die eigene kritische sowie wichtige IT-Infrastruktur und Anwendungen sollen also weitgehend (wieder) unter der eigenen Kontrolle stehen. 

Im Zuge der ebenso multiplen wie massiven geopolitischen Veränderungen und auch Krisen, erlangt die Digitale Souveränität im Bereich des strategischen IT- und IT-Risikomanagements seit Mitte 2025 eine stetig wachsende Bedeutung und mediale Resonanz. Seitdem wurde eine ganze Reihe von Regularien, Projekten und öffentlichen wie zivilgesellschaftlichen Initiativen auf den Weg gebracht. Diese Entwicklung unterstreicht, wie elementar die DS als Querschnittsthema für Organisationen bereits ist und mittelfristig noch werden wird. 

Ihre Ansprechpartner

Sascha Di Bernardo

Leitung Kompetenzbereich Cloud-Architekturen & -Plattformen

0251 77777 347

Die 5 Säulen der Digitalen Souveränität

Exit-Strategie für wichtige und kritische Systeme 

Die Exit-Strategie für wichtige und kritische Systeme umfasst die Definition eines strategischen Migrationsplans, der den Übergang zu einem gleichwertigen Service innerhalb einer zumutbaren Übergangszeit sicherstellt. Dazu gehört ein Alternativenkatalog, der pro Service eine funktional, wirtschaftlich und hinsichtlich digitaler Souveränität bewertete Alternative benennt, sowie ein konkreter Übergangsplan mit Verantwortlichen, Zeitplan, Testverfahren und Risikobewertung für die Umstellung vom aktuellen System zur gewählten Alternative. Die Exit-Strategie ist gut zu dokumentieren und regelmäßig zu überprüfen.

Einsatz von Open Source Technologien

Der Einsatz von Open-Source-Technologien zielt auf den Aufbau eines unabhängigen und nachhaltigen TechStacks auf Basis von bewährten und sicheren Technologien, die dauerhaft ohne Lizenzgebühren und Einschränkungen genutzt werden können. Zu den Vorteilen zählen u.a. das dauerhafte Nutzungsrecht der aktuellen Version, der Wegfall von Lizenzkosten sowie die stetige Pflege durch die Community aus Organisationen und Einzelpersonen. Entscheidende Erfolgsfaktoren bei der Auswahl sind ein sorgfältiges Lizenzmanagement, ein modulares Systemdesign sowie der gezielte Aufbau von Wissen in der eigenen Organisation.

Vermeidung von Vendor-Lock-Ins

Unser Leitfaden zur Vermeidung von Vendor-Lock-Ins dient zur Orientierung bei der Beschaffung proprietärer Lösungen und zielt darauf ab, die Abhängigkeit von Herstellern zu minimieren, wenn der Einsatz von deren Produkten notwendig und/oder vorteilhaft sind. Um die digitale Souveränität zu gewährleisten, sollten Produkte von Drittanbietern ein zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht bieten, sowie die Portabilität der Daten einschließlich EU-Data-Act-Compliance sicherstellen. Darüber hinaus sind ein Recht auf Prüfung sowie die Überlassung des Source Codes per ESCROW wünschenswerte Zusatzkriterien.

Weltkugel mit viadee Logo-Linie als Zeichen für Digitale Souveränität

Kooperation mit EU-Unternehmen priorisieren

Entscheidungs- und Handlungssicherheit können nur einem Raum ent- und bestehen, der eine ausreichende rechtliche Sicherheit bietet. Die EU hat die Digitale Souveränität in den vergangenen Jahren mit mehreren verschiedenen Richtlinien mittelbar adressiert und die Rechtssicherheit und -normierung in Europa maßgeblich gestärkt. Diese für sich zu nutzen, ist der Fokus unserer vierten Säule, welche die Kooperation mit EU-Unternehmen priorisiert.

Wissens- und Kompetenzaufbau

Wenn wir die digitale Souveränität als Querschnittsthema verstehen, müssen wir sie nachhaltig im eigenen Unternehmen verankern. Dies geht nur über einen Wissens- und Kompetenzaufbau, insbesondere in den Bereichen Datenschutz, IT-Strategie, IT-Risikomanagement sowie Regulatorik und Vertragsrecht. Dies kann in Form von Personen, Rollen und ggf. Teams erfolgen, die dann als Souveränitätsbeauftragte in und außerhalb der eigenen Organisation wirken können.

Geschichten vom Gelingen

Wir wollen im Rahmen der Digitalen Souveränität auch „Geschichten vom Gelingen“ erzählen. Geschichten, die das Entwicklungspotenzial digital souveräner Lösungen zeigen, Strategien für den Weg in die Digitale Souveränität greifbar und nicht zuletzt Mut machen, die Marktmacht der BigTech-Konzerne nicht als gegeben anzusehen, sondern herauszufordern. 

Wir betreiben als viadee erfolgreich seit Jahren Anwendungen für unsere Kund:innen in der EU-Cloud, darunter ein Bestandssystem und Mitgliederportal für Versorgungswerke mit mehr als 60.000 Versicherten, Kommunenportale für alle Kommunen in Westfalen-Lippe und diverse Spezialsysteme zur 3D-Unfallanalyse, Kreislaufwirtschaft und als Price Engine für komplexe Lizenzberechnungen.  

Wir beraten als viadee aktuell Kund:innen aus dem öffentlichen wie privaten Sektor erfolgreich in den Themenfeldern Cloud-Architekturen, IT-Risikomanagement sowie Strategiemanagement und Digitalisierung.  

Neuer viadee Newsletter zu Digitaler Souveränität

Im Rahmen dieser Tätigkeiten haben sich bei uns eine Reihe von Best Practices sowohl auf organisatorischer wie auch technischer Ebene etabliert. Wir werden diese in einer eigenen Reihe auf unserem Blog, in Vorträgen, Roundtables und Workshops mit der Community teilen. Abonnieren Sie gerne unseren Newsletter „Digitale Souveränität“, um auf dem Laufenden zu bleiben. Und noch lieber: Sprechen Sie uns gerne persönlich an. 

Alles unter dem Paradigma für und mit unseren Kund:innen und Partner:innen IT-Strukturen und Lösungen zu schaffen, die sie selbständig, selbstbestimmt und sicher agieren lassen. Systeme, die digital souverän sind, sind nachhaltige Systeme mit einer hohen Resilienz, guter Anpassungsfähigkeit und somit langer Lebensdauer. Es lohnt sich, sich auf den Weg in die Digitale Souveränität zu begeben. Wir begleiten Sie gerne.

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