Kurzüberblick
Kunde: LBS Süd (Landesbausparkasse Süd)
Branche: Finanzdienstleistungen / Bausparen
Projektzeitraum: Seit Anfang 2024 (laufend)
Unsere Rolle: Framework- und Architekturdesign, Datenmodellierung, Jobsteuerung und Orchestrierung, Implementierung von Datenpipelines, Umsetzung fachlicher Anforderungen
Technologien: SAS Viya, PostgreSQL (AWS Aurora), Automic und Collibra auf AWS
Ihre Ansprechpartner:
Tobias Otte
Kompetenzbereichsleiter Data & AI
Weiterführende Links:
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Kunde & Ausgangssituation
Mit der Fusion der LBS Bayern und der LBS Südwest zur LBS Süd entstand im Januar 2024 eines der größten Bausparinstitute Deutschlands. Mit einer Bilanzsumme von über 30 Mrd. Euro zählt die LBS Süd zu den Significant Institutions unter direkter Aufsicht der EZB und unterliegt damit besonders hohen Anforderungen an Datenqualität und Nachvollziehbarkeit, vor allem im Risikocontrolling und im Meldewesen.
Die beiden Vorgängerinstitute verfügten über sehr unterschiedliche, individuelle Data-Warehouse-Landschaften (iDWH):
LBS Bayern: iDWH auf Basis von SAS 9.4 in der AWS-Cloud
LBS Südwest: iDWH auf Basis von Informatica und DB2 on-premise
Hinzu kamen weitere Rahmenbedingungen: eine Vielzahl aufsichtsrechtlicher Meldungen (u. a. FinRep, CoRep, AnaCredit sowie bauspar-spezifische Meldungen), eine heterogene Quellsystemlandschaft rund um das Kernbanksystem OSPlus-LBS und SAP sowie ein hoher Anspruch an Governance und Datenqualität im Sinne von BCBS 239. Beide Häuser brachten zudem historisch gewachsene Logiken, Modelle und Prozesse mit, die fachlich wie technisch nicht deckungsgleich waren.
Die zentrale Herausforderung: Zum Stichtag der technischen Fusion musste das Meldewesen unterbrechungsfrei und aufsichtskonform funktionieren – bei gleichzeitigem Aufbau einer gemeinsamen, konsolidierten Datenbasis.
Projektziele
Gemeinsam mit der LBS Süd konzipierte und realisierte die viadee ein neues cloudbasiertes iDWH mit folgenden Zielen:
Sicherstellung der regulatorischen Meldefähigkeit während der Transition
Harmonisierung der Datenmodelle und fachlichen Logiken beider Institute
Aufbau einer zentralen, skalierbaren Datenplattform als Grundlage für sukzessive Erweiterungen
Bereitstellung von Daten für Meldewesen, Reporting und weitere Fachanwendungen
Lösungsansatz
Die neue Plattform basiert auf SAS Viya, PostgreSQL (AWS Aurora) und Automic in der AWS-Cloud und führt damit die bestehende Cloud-Strategie konsequent fort. Ergänzend kommt Collibra für Governance, Metadaten und Datenqualität zum Einsatz. Grundlage des Zielmodells ist eine dimensionale Modellierung.
Für die Transitionsphase wurde zunächst eine temporäre Konsolidierungsschicht auf Basis des bestehenden iDWH der LBS Bayern aufgebaut, die Daten aus beiden Altsystemen zusammenführte. Damit blieben die Meldepflichten vom ersten Tag an erfüllbar, während parallel die neue Zielplattform entstand.
Die viadee übernahm insbesondere:
Framework- und Architekturdesign inklusive Standards für Modellierung, Beladung und Orchestrierung
Dimensionale Datenmodellierung und Harmonisierung der Modelle beider Vorgängerinstitute
Entwicklung und Implementierung der Datenpipelines
Aufbau der Jobsteuerung und Orchestrierung mit Automic
Umsetzung fachlicher Anforderungen mit Schwerpunkt Meldewesen
Anbindung heterogener Quellsysteme wie OSPlus-LBS und SAP
Die Umsetzung erfolgte iterativ und eng abgestimmt mit den Fachbereichen, priorisiert nach Meldewesen-Relevanz. Ein entscheidender Punkt war dabei die Harmonisierung der Logiken aus beiden Instituten: Die bestehenden Logiken wurden fachlich bewertet, abgestimmt und in ein gemeinsames Zielmodell überführt.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Projekts ist die enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der LBS Süd und der viadee. Gerade im Bausparumfeld mit seinen spezifischen fachlichen Logiken, regulatorischen Anforderungen und historisch gewachsenen Systemlandschaften ist ein tiefes Branchenverständnis entscheidend.
Die viadee bringt neben langjähriger Erfahrung im Bauspargeschäft und Meldewesen auch Interesse und Neugierde für neue Technologien mit. Dadurch konnten fachliche Anforderungen und technische Rahmenbedingungen schnell eingeordnet und Lösungen entwickelt werden, die genau zur konkreten Situation der LBS Süd passen.
Der kontinuierliche Austausch zwischen Fachbereichen, IT und Projektteam ermöglichte es, die Logiken beider Vorgängerinstitute gemeinsam zu harmonisieren und Schritt für Schritt in ein konsolidiertes Zielbild zu überführen.
Stimme aus dem Projekt
Die Konsolidierung unserer beiden iDWH-Welten war eine der anspruchsvollsten Aufgaben im Rahmen der technischen Fusion. Dass wir das Meldewesen auf der neuen Plattform unterbrechungsfrei betreiben konnten, war ein entscheidender Erfolg. Die strukturierte Herangehensweise und das tiefe fachliche wie technische Verständnis der viadee haben uns dabei sehr geholfen – wir arbeiten partnerschaftlich auf Augenhöhe und mit klarem Blick auf das gemeinsame Ziel.Florian Berner / Abteilungsleiter IT-Solutions / Information- & Datenmanagement (IT-IDM), LBS Süd
Ergebnisse
Bereits zum Stichtag der technischen Fusion konnte das aufsichtsrechtliche Meldewesen ohne Unterbrechung auf der neuen Plattform betrieben werden.
Darüber hinaus wurden folgende Ergebnisse erreicht:
Unterbrechungsfreie Abgabe aller regulatorischen Meldungen während der Transition
Konsolidierung zweier heterogener iDWH-Landschaften auf einer gemeinsamen Cloud-Plattform
Aufbau einer institutsweiten, konsistenten Datenbasis
Einführung standardisierter Frameworks für Datenmodellierung und Orchestrierung
Erfolgreiche Migration und Optimierung bestehender Datenmodelle in die neue Zielarchitektur
Automatisierung der ETL-/ELT-Prozesse und deutliche Reduzierung manueller Tätigkeiten
Bereitstellung performanter Datamarts, Berichte und Schnittstellen für Fachbereiche
Verbesserung der Laufzeiten im Meldewesen um ca. Faktor 10
Fazit
Mit dem neuen cloudbasierten iDWH auf der technologischen Basis von SAS Viya verfügt die LBS Süd über eine leistungsfähige und zukunftssichere Datenplattform für regulatorisches Meldewesen, Reporting und weitere Fachanwendungen. Das Projekt zeigt, wie sich komplexe Datenlandschaften im Rahmen einer Institutsfusion erfolgreich konsolidieren lassen, ohne die regulatorische Handlungsfähigkeit zu gefährden. Gleichzeitig bildet die neue Plattform die Grundlage für eine einheitliche Datenversorgung und die schrittweise Erweiterung um weitere Fachdomänen.
Lassen Sie uns sprechen!
Tobias Otte
Kompetenzbereichsleiter Data & AI